Spaß am Reisen

Eine Reise von Frankfurt nach Athen

Abflug in Frankfurt.

Der Wecker klingelte um halb fünf Uhr morgens, und Wolfgang wusste sofort, dass er kein Auge mehr zugetan hätte. Er lag auf dem Rücken, starrte die Decke an und hörte das leise Rascheln aus dem Nebenzimmer – sein älterer Bruder, Rainer, war bereits wach. Natürlich. Rainer war aber nicht immer als Erster wach.
„Wolfgang! Aufstehen, wir haben einen Flug zu erwischen!“ Die Stimme hallte durch die Wohnung, halb gereizt, halb aufgeregt. Das war typisch Rainer: dreiund…. Jahre alt, pünktlich wie ein Schweizer Uhrwerk, und für Griechenland so begeistert wie ein Kind am Weihnachtsmorgen.
Wolfgang, drei Jahre jünger als sein Bruder, rollte sich aus dem Bett und griff nach seinen Jeans. Draußen vor dem Fenster lag Wiesbaden noch im Dunkel. Die Lichter der Stadt spiegelten sich im nassglänzenden Asphalt. Es hatte in der Nacht geregnet, aber das Wetter würde sich ändern – das hatte zumindest der Wetterbericht versprochen. Eine knappe Stunde später saßen die beiden Brüder im Taxi auf dem Weg zum Flughafen Frankfurt. Die Autobahn war noch leer, der Fahrer schwieg und hörte leise Radio. Rainer blätterte auf seinem Smartphone durch Reiseführer-Artikel über Athen, während Wolfgang mit geschlossenen Augen an die Kopfstütze gelehnt saß und versuchte, noch ein paar Minuten Schlaf zu stehlen. „Weißt du, dass die Akropolis schon im siebten Jahrhundert vor Christus besiedelt war?“ sagte Rainer, ohne aufzublicken. „Ja, Rainer. Du hast es mir diese Woche bereits dreimal erklärt.“. „Viermal“, korrigierte Rainer trocken, und Wolfgang musste lachen.
Der Frankfurter Flughafen empfing sie mit dem vertrauten Rauschen von zehntausend gleichzeitigen Gesprächen. Die großen Anzeigetafeln blinkten in einem steten Rhythmus, Check-in-Schalter reihten sich aneinander wie Dominosteine, Rolltreppen trugen müde Reisende in alle Himmelsrichtungen. Rainer hatte eingecheckt, noch bevor Wolfgang seinen Rucksack vernünftig auf der Schulter sitzen hatte. Beim Frühstück in einer Bäckerei am Terminal 1 – starker Kaffee und frische Brötchen – entspannte sich Wolfgang allmählich. Die Aufregung vor dem Flug, die ihn jedes Mal befiel, wich langsam dem angenehmen Kribbeln einer bevorstehenden Reise. „Ich freue mich wirklich“, sagte er und lehnte sich zurück. Rainer hob seinen Pappbecher. „Ich auch. Wir sind schon viel zu lange nicht mehr gemeinsam zusammen gereist.“ Er trank einen Schluck. „Auf Athen.“ „Auf Athen“, antwortete Wolfgang.

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Es gibt Städte, über die man liest, und Städte, die man spüren muss. Athen gehört zu den letzteren.“ Die Boardingansage kam kurz nach sieben Uhr. Die beiden Brüder reihten sich in die Schlange ein, zeigten ihre Bordkarten vor, und kurz darauf saßen sie Seite an Seite in einem schmalen Doppelsitz über der Tragfläche der Maschine. Rainer hatte das Fenster. Das war nie eine Frage gewesen.

Das Flugzeug hob ab und durchbrach die graue Wolkendecke über Frankfurt in einem schroffen, wunderbaren Schwung. Dann – Licht. Reines, goldenes Licht über einer endlosen weißen Ebene. Die knapp drei Stunden Flugzeit vergingen schneller als erwartet. Rainer las, Wolfgang hörte Musik und döste zwischendurch. Als die Stewardess die Getränke brachte, teilten sie sich eine kleine Tüte Salzbrezeln und stritten sich halbherzig darum, wer mehr bekommen hatte – dasselbe Ritual wie auf jedem gemeinsamen Flug seit ihrer Kindheit. Dann, kurz vor der Landung, ruckte Rainer plötzlich am Arm seines Bruders. „Schau.“
Wolfgang beugte sich herüber. Durch das Fenster sah er es: das Meer. Das Ägäische Meer in einem unglaublichen, unwirklichen Blau, das er auf keinem Bildschirm je so gesehen hatte. Es glitzerte unter der Sonne, als wäre seine Oberfläche aus Millionen winziger Spiegel zusammengesetzt. Weiter unten erschienen die weißen Flecken der Inseln, und dann, langsam sich aus dem Dunst hebend, die Stadt. „Da ist sie“, flüsterte Rainer. Wolfgang sagte nichts. Manchmal reichen Worte nicht aus.
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Der Flughafen Eleftherios Venizelos war hell, modern und von einer freundlichen Unruhe durchdrungen. Draußen wartete die Sonne auf sie wie eine alte Bekannte: wohlig warm, der Himmel eine einzige makellose Fläche aus tiefem Blau, keine Wolke in Sicht. Die Luft roch nach trockenem Stein und Thymian, und schon dieser erste Atemzug sagte den beiden Brüdern, dass sie weit von Frankfurt entfernt waren.
Sie nahmen ein Uber-Taxi ins Stadtzentrum. Die Fahrt dauerte etwa vierzig Minuten, und Rainer nutzte jede davon, um Wolfgang über die Geschichte Athens zu unterrichten, während dieser aus dem Fenster schaute und lächelte.
Das Hotel lag in Monastiráki, einem der lebhaftesten Viertel der Stadt. Schon auf dem Weg zum Hoteleingang entdeckten sie: Straßenhändler, die Gewürze verkauften, eine Katze, die träge auf einer Treppenstufe lag, Kaffeehäuser, deren Stühle sich auf den Bürgersteig ergossen. Und überall, wenn man den Blick hob, sah man sie – die Akropolis. Hoch oben auf dem Felsen, golden im Nachmittagslicht, wie ein Zeichen, das diese Stadt sich selbst gegeben hatte.

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„Morgen früh gehen wir da rauf“, sagte Rainer und deutete hinauf. Wolfgang nickte und ließ den Blick noch einen Moment dort oben ruhen. „Ja“, sagte er. „Morgen früh.“

Sie entschlossen sich nach Piräus zu fahren und dort den Tag ausklingen zu lassen. Die Brüder nahmen den Doppeldeckerbus, der kein Dach hat und bei dem man oben sitzen kann. Sie genossen schweigend die Blicke auf die zahlreichen historischen Gebäude. Hin und wieder wurden sie aus ihren Gedanken gerissen, zu chaotisch und laut ist der Verkehr in Athen.

In Piräus angekommen, liefen sie an der Marina entlang. Es ist eine ganz besondere Atmosphäre. Kleine, große und ganz große Jachten liegen dort vor Anker. Die meist weißen Schiffe unter dem blauen Himmel strahlen eine ganz besondere Ruhe aus.

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An der Kaimauer gibt es einige Restaurants. Rainer schlug vor, dort zum Abendessen zu bleiben. Sie setzten sich in ein schön anmutendes Restaurant, studierten die Speisekarte, die zahlreiche Meerestiere aufwies. Nach dem Kartenstudium guckte Rainer hoch und stellte fest: „ Na, da haben wir ja wohl des richtige Restaurant ausgesucht“. Beide bestellten Calamares von Grill und dazu noch Sardellen und Wein. Es war nicht nur vorzüglich gegrillt, es war auch optisch ein besonderer Leckerbissen.

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Nach dem gemütlichen Dinner und wieder einem schönen Gespräch über Kindheit und Gegenwart schlenderten sie an der Marina entlang, genossen die Blicke und bestellten sich ein Uber, das sie zum Hotel brachte.

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Am nächsten Tag wollten die Beiden zunächst die Akropolis besichtigen.
Sie standen um acht Uhr morgens am Eingang, eine Dreiviertelstunde vor dem großen Touristenstrom. Rainer hatte darauf bestanden – „Man muss die Akropolis sehen, bevor die Massen kommen, das ist das einzig Richtige“ – und Wolfgang, obwohl er noch müde war, gab ihm recht, als sie den Aufstieg begannen. Der Weg hinauf war steil und aus poliertem Marmorstein, der in der Morgensonne warm glänzte. Zypressenduft hing in der Luft. Um sie herum blühten wilde Kapernpflanzen aus den Mauerritzen, und Eidechsen huschten unter Steinen davon. Dann, nach einer letzten Biegung, standen sie vor dem Propyläen – dem großen Eingangstor zur Akropolis – und dahinter: der Parthenon. Wolfgang schwieg lange. Er hatte Fotos gesehen, Dokumentarfilme geschaut, hatte gedacht, er wisse, was ihn erwartete. Aber kein Bild hatte ihn auf dieses Gefühl vorbereitet: das Bewusstsein, vor etwas zu stehen, das zweieinhalbtausend Jahre älter ist als man selbst, das Kriege, Erdbeben und Jahrhunderte des Vergessens überdauert hatte und immer noch hier stand, unter demselben blauen Himmel, der seit jeher über dieser Stadt hing.
„Der Parthenon sieht aus, als wäre er nie fertig gebaut worden und gleichzeitig als wäre er seit jeher fertig – vollkommen in seiner Unvollständigkeit.“ Rainer fotografierte wie ein Besessener, schwenkte sein Handy in alle Richtungen und murmelte dabei halblaut historische Fakten vor sich hin. Wolfgang setzte sich auf einen flachen Stein, streckte das Gesicht in die Sonne und ließ das Panorama auf sich wirken. Unter ihnen breitete sich Athen aus, ein Meer aus weißen und ockerfarbenen Häusern, das bis zum Horizont reichte, wo es sich mit dem Blau des Meeres vermischte.„Wusstest du“, sagte Rainer, der sich neben ihn setzte, „dass die alten Griechen den Parthenon eigentlich als Schatzkammer gebaut haben, nicht als Tempel. „Nein“, sagte Wolfgang. „Aber erzähl mir mehr.“ Und Rainer erzählte. Und zum ersten Mal in dieser Woche hörte Wolfgang wirklich zu.
Rainer erzählte in Kurzform etwas über die beeindruckenden Bauwerke

Die Akropolis von Athen ist eines der bedeutendsten Zeugnisse der antiken Welt und thront auf einem Felsen über der Stadt Athen. Ihre Geschichte reicht bis in die Jungsteinzeit zurück, doch ihre Blütezeit erlebte sie im 5. Jahrhundert v. Chr. während der sogenannten klassischen Epoche Griechenlands. Unter der Führung des Staatsmannes Perikles wurde ein groß angelegtes Bauprogramm gestartet, um die Macht und den Reichtum Athens zu demonstrieren.

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Das bekannteste Bauwerk der Akropolis ist das Parthenon. Dieser Tempel wurde zwischen 447 und 432 v. Chr. errichtet und war der Göttin Athene gewidmet, der Schutzgöttin der Stadt. Der Parthenon gilt als Höhepunkt der dorischen Architektur und beeindruckt durch seine harmonischen Proportionen sowie raffinierte optische Korrekturen.
Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Akropolis mehrfach zerstört und umgebaut, etwa während der persischen Invasion und später unter römischer, byzantinischer und osmanischer Herrschaft. Der Parthenon diente zeitweise als Kirche und Moschee. Trotz schwerer Schäden, insbesondere durch eine Explosion im 17. Jahrhundert, bleibt die Akropolis bis heute ein Symbol für die kulturelle und politische Bedeutung des antiken Griechenland und ein Meisterwerk menschlicher Baukunst.

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Nach dem Besuch der Akropolis haben sich die Brüder entschlossen die Stadt mit den Hop On-Hop Off Bussen zu erkunden.

Sie stiegen am historischen Olympiastadion aus und hörten gebannt den Erzählungen des Audioguides zu:

Das Panathenäisches Stadion in Athen ist ein beeindruckendes Bauwerk der Antike, das vollständig aus hellem Marmor errichtet wurde. Es besitzt die typische hufeisenförmige Gestalt griechischer Stadien und bot schon damals Platz für zehntausende Zuschauer. Ursprünglich im 4. Jahrhundert v. Chr. angelegt, wurde es später prachtvoll erneuert und diente als Austragungsort sportlicher Wettkämpfe und feierlicher Veranstaltungen. Seine heutige Form verdankt es der Restaurierung für die Olympische Spiele 1896, wodurch es weltweite Bekanntheit erlangte.

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Das Wort „Stadion“ stammt aus dem Altgriechischen „stadion“ und bezeichnete ursprünglich ein Längenmaß von etwa 600 Fuß (ca. 180 Meter). Später wurde der Begriff auf die Laufbahn und schließlich auf die gesamte Sportstätte übertragen. Der Begriff „Marathonlauf“ geht auf die antike Schlacht bei Marathon zurück. Im Jahr 490 v. Chr. besiegten die Athener die Perser bei der Stadt Marathon. Der Legende nach lief der Bote Pheidippides von Marathon nach Athen, etwa 40 Kilometer, um den Sieg zu verkünden. Er rief „Nike!“, also „Sieg!“, und brach danach tot zusammen. Dieser Lauf wurde später zum Symbol für Ausdauer und Mut. Inspiriert von dieser Geschichte wurde bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit 1896 in Athen ein Wettkampf über eine ähnliche Distanz eingeführt. Die heutige offizielle Länge von 42,195 Kilometern entstand 1908 bei den Olympischen Spielen in London, als die Strecke vom Schloss Windsor zum Olympiastadion festgelegt wurde.

Vom Stadion ging es dann mit dem Bus zum Akropolis-Museum

Das Akropolis-Museum und die Agora. Nach zwei Stunden auf dem Felsen stiegen die Brüder hinab und liefen zum Neuen Akropolis-Museum, das am Fuß des Hügels liegt.

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Es ist ein moderner Glasbau, und Wolfgang, der Architektur schätzte, blieb schon vor dem Eingang stehen und betrachtete, wie sich die Konturen des Parthenon im Glasdach spiegelten – eine Unterhaltung zwischen Alt und Neu, zwischen dem, was geblieben ist, und dem, was daraus gemacht wurde. Im Inneren war es kühl und still. Sie wandelten durch die Säle, betrachteten Korenstatuen mit ihren rätselhaften Lächeln, Reliefplatten vom Fries des Parthenon und Terrakottafiguren aus dem Alltag des antiken Athen. Korenstatuen (Plural von Kore, griechisch „Mädchen“) sind eine bedeutende Form der antiken griechischen Skulptur. Sie stammen vor allem aus der archaischen Zeit (ca. 700–480 v. Chr.) und zeigen junge Frauen in aufrechter, meist streng symmetrischer Haltung.

Rainer blieb vor einem rekonstruierten Helm aus dem fünften Jahrhundert vor Christus stehen und starrte ihn so lange an, bis Wolfgang ihn sanft am Ellbogen weiterschob. Nach dem Museum aßen sie in einem kleinen Lokal in der Nähe zu Mittag: gegrillter Lammfleisch, frischer Bauernsalat mit Feta, Brot, das noch warm war, und ein Glas kühles Bier.

Sie saßen draußen unter einem Sonnensegel, die Gläser klingelten leise im Wind, und redeten über nichts Besonderes – und doch über alles. Über die Eltern, über Kindheitserinnerungen, über die Frage, ob man eigentlich oft genug Zeit füreinander fand.
„Wir sollten das öfter machen“, sagte Wolfgang, und er meinte es ernst.„Nächstes Jahr Lissabon?“, schlug Rainer vor.
„Nächstes Jahr Lissabon.“
Am Nachmittag besuchten sie die Antike Agora – den alten Marktplatz Athens, der heute ein weitläufiger archäologischer Park ist. Olivenbäume spendeten Schatten, und der Tempel des Hephaistos, einer der am besten erhaltenen Tempel der Antike, ragte in tadellosem Zustand über das Gelände. Hier, auf diesem unscheinbaren Boden, hatten einst Sokrates gesprochen, Händler gefeilscht und Bürger über die Gesetze ihrer Stadt gestritten.
Wolfgang saß auf einem antiken Marmorstein und schloss kurz die Augen. Er hörte das Summen der Insekten, das ferne Rauschen der Stadt, das Zwitschern eines Vogels irgendwo in den Olivenbäumen.
„Glaubst du, die haben hier auch einfach gesessen und nichts gemacht?“, fragte er.

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Rainer überlegte. „Die Griechen hatten ein Wort dafür: scholé – Muße. Sie hielten das für eine Tugend.“
„Schlaue Leute“, sagte Wolfgang zufrieden und öffnete die Augen wieder.

Der Abend senkte sich sanft über Athen, und die Hitze des Tages wich einer milden Wärme, die von den hellen Hauswänden ausstrahlte. Die Brüder schlenderten durch das Plaka-Viertel, das älteste Wohnviertel der Stadt, dessen enge Gassen sich wie ein Labyrinth um den Fuß der Akropolis wanden. Bougainvilleen hingen leuchtend lila über Eingangstüren, Taverna-Inhaber riefen ihnen freundliche Einladungen nach, und von irgendwo klang die sanfte Melodie einer Bouzouki.
Sie kauften sich von einem Stand geröstete Kastanien, die in alten Zeitungen eingewickelt waren, warm und süß-würzig, und aßen sie im Gehen. Rainer kaufte außerdem zwei kleine Erinnerungsgegenstände – eine Eulen-Figur aus Ton, das Symbol Athenas, für sich selbst und eine alte Seekarte des Mittelmeers, eingerahmt, für ihre Mutter.
Zum Abendessen fanden sie ein Restaurant auf einer Dachterrasse im Monastiráki-Viertel. Dort oben, auf weißen Stühlen an einem Tisch mit blauem Tischtuch, bestellten sie Moussaka, gegrillten Fisch und noch mehr Wein. Und direkt vor ihnen, beleuchtet von goldenen Scheinwerfern gegen den dunkel werdenden Himmel, thronte der Parthenon. Er sah nachts noch imposanter aus als am Morgen – nicht weniger real, aber irgendwie jenseitiger, wie eine Erscheinung aus einer anderen Zeit, die dennoch zum Greifen nah war.
„Man kann in Athen ein Leben lang wohnen, sagte der Wirt, und den Parthenon nie als selbstverständlich betrachten lernen.“
Der Wirt, ein freundlicher Mann in den Fünfzigern, brachte ihnen ungefragt ein kleines Gläschen Ouzo. „Auf die Gesundheit“, sagte er auf Griechisch, und Rainer antwortete mit einem hölzernen „Stin iyia sas“, das den Mann so erfreute, dass er herzlich lachte und ihnen noch ein Stück Baklava schickte.

Sie blieben lange sitzen, lange nachdem die Teller abgeräumt waren. Das Gespräch floss leicht und tief zugleich, so wie es manchmal nur mit Geschwistern möglich ist, mit denen man aufgewachsen ist, die man kennt, ohne Worte zu brauchen, und die man gleichzeitig ständig neu entdeckt.

Am nächsten Morgen, dem letzten ihrer Reise, standen sie früh auf und fuhren zum Lykabettos-Hügel, dem höchsten Punkt Athens.

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Eine alte Standseilbahn trug sie nach oben, wo sie auf einer kleinen Terrasse standen und die gesamte Stadt überblickten: ein endloses Häusermeer, das sich von den Bergen im Norden bis zum glitzernden Saronischen Golf im Süden erstreckte. Und mittendrin, unverkennbar, der Felsen der Akropolis mit dem Parthenon, nun klein von hier oben, aber gerade dadurch in seinem richtigen Verhältnis zur Stadt zu sehen – ein Teil von ihr, nicht über ihr. Rainer stellte sich neben seinen Bruder. Sie standen eine Weile nebeneinander und schwiegen, so wie man schweigt, wenn man weiß, dass es gleich vorbei ist.„Danke, dass Du mir dieses besondere Geschenk zum Geburtstag gemacht hast“, sagte Wolfgang schließlich.
Rainer sah ihn an. Er dachte an das frühe Aufstehen in Frankfurt, an den leeren Kaffeebecher am Terminal, an den Sonnenaufgang über den Wolken, an die Stille auf der Akropolis und das Lachen auf der Dachterrasse. „Danke, dass du mich gefragt hast“, antwortete er. Unten in der Stadt begann Athen seinen Tag. Motoren wurden gestartet, Markisen ausgefahren, Kaffeehäuser geöffnet. Das Leben dieser zweitausend Jahre alten, ewig jungen Stadt nahm seinen Lauf – gleichgültig gegenüber den Reisenden und doch, irgendwie, freundlich zu jedem, der aufmerksam genug war, sie wirklich zu sehen. Die Brüder stiegen hinab, holten ihre Koffer aus dem Hotel und fuhren zum Flughafen. Auf dem Rückflug nach Frankfurt hatte Wolfgang das Fenster. Rainer sagte nichts. Diesmal war es Wolfgang, der als letztes hinausschaute, als die Stadt unter ihnen kleiner wurde und schließlich im Blau des Meeres verschwand.

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